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WEGE-Projekt als Best-Practice-Beispiel in Bad Hönningen

Bürgermeister Werner Klöckner stellt in Bad Hönningen sein WEGE-Projekt vor.

Rhein-Zeitung 04.10.2012
Die Lage von Bad Hönningen ist ernst, sie muss aber nicht hoffnungslos sein. Am Beispiel der Verbandsgemeinde Daun konnten sich die Mitglieder des Verbandsgemeinderates Bad Hönningen ein Bild davon machen, wie neue Wege eingeschlagen werden können.
Werner Klöckner, seit 1994 Bürgermeister der Verbandsgemeinde Daun, stellte auf Einladung von Bürgermeister Michael Mahlert den Aufbruch der Eifelregion vor, die vor rund drei Jahren etwa dort stand, wo Bad Hönningen heute steht.

Dort hatten die Menschen auch mit der Strukturschwäche zu kämpfen, auch der Tourismus war ein anderer geworden. Die Eifelregion musste sich neu erfinden. Und scheint das erfolgreich, im Schulterschluss mit den Menschen der Region, mit den Politikern, der Gewerbetreibenden, den Banken und dem Gesundheitssektor getan zu haben. Oder zumindest scheint man dort auf einem Erfolg versprechenden Weg zu sein. Denn noch ist der Prozess, der unter dem Arbeitstitel "WEGEprozess" läuft, nicht abgeschlossen. "WEGE" steht für "Wandel erfolgreich gestalten", erläuterte Klöckner. Ausgangspunkt sei eine Status-quo-Analyse gewesen, bei der unter anderem auch die tatsächlichen Leerstände in den einzelnen Orten untersucht wurden.
Die Ergebnisse seien ernüchternd. Beispiel: In kleinen Orten werde, so die Analyse, im Jahr 2020 kaum mehr bewohnte Häuser geben. "Diese Bestandsaufnahmen werden von Ratsmitgliedern jedes Jahr fortgeschrieben", erläuterte Klöckner das Prozedere.

Eine Bestandsaufnahme befasste sich mit den sogenannten Potenzialen, die in der Region zu finden sind, aber offenbar brachliegen. "Wir wollen damit eine regionale Identitätsbildung erreichen. Die Heimat soll eine so hohe Wertigkeit bekommen, dass man nicht mehr wegziehen möchte."
Alle Untersuchungen und Überlegung mündeten in 13 "Dauner Thesen", die letztlich die Vision umreißen, die die Dauner für sich und die Region entwickelt haben. Ein Kernpunkt: Die Eifelregion soll Gesundheits- beziehungsweise Präventionsregion werden. "In einer Zeit, in der Menschen immer älter werden, wird die Prävention immer wichtiger", erklärte Klöckner. Gesundheit und die ständig steigenden Kosten im Gesundheitswesen seien die größten Herausforderungen unserer Zeit. Ein Plan Klöckners: Er will unter anderem ein bundesweites Ausbildungszentrum für psychosoziale Gesundheit in der Eifelregion etablieren. Diese momentanen Herausforderungen seien auch eine Chance, fand der Gast aus der Maarregion.

Die Geschichte habe immer wieder gezeigt, dass Notlagen zu bahnbrechenden Weiterentwicklungen führen. Daun hat bereits begonnen, seine Visionen umzusetzen. "Veränderung beginnt erst im Kopf. Es gilt daher, insbesondere zu Beginn von Verändungsprozessen, ein Bewusstsein zu schaffen für die Notwendigkeit der Veränderung und ein Gefühl der Dringlichkeit zu wecken", betonte Klöckner.

Dieses Gefühl der Dringlichkeit scheint in Bad Hönningen schon vorzuherrschen, erklärte der Referent den Ratsmitgliedern. Jetzt gehe es darum, dass Bas Hönningen eine Vision entwickelt und sich neu erfindet. Denn, so Klöckner: "Eine Region, die nicht weiß, was sie will, muss nehmen, was sie bekommt." Der Dauner Weg sei sicher nicht eins zu eins auf Bad Hönningen zu übersetzen, meine Mahlert. Aber der Vortrag habe wichtige Impulse gegeben. "Die Botschaft ist: Wir brauchen eine neue Identität." Der Bad Hönniger Stadtbürgermeister Guido Job (SPD) zeigte sich von der Eifeler Methodik begeistert. "Wir brauchen eine Strategie und einen Umsetzungsprozess. Aber ohne personelle Ressourcen geht das nicht."
Und Reiner W. Schmitz (SPD) zog das Fazit: "Wir können uns nur am eigenen Zopf aus dem Sumpf ziehen. Wir können uns nur selber helfen, damit etwas in Gang kommt. Wie müssen dabei zusammenhalten". Das unterstrich auch Klöckner. "Ich kann Ihnen nur empfehlen einen neuen Weg zu versuchen und Gemeinsamkeiten mit anderen Gemeinden wie Linz oder Waldbreitbach zu suchen. Netzwerke aufzubauen und Synergien zu nutzen." Winfried Lotzmann (CDU) brachte die Lage auf den Punkt. "Wir sollten das alles nicht nur versuchen, wir müssen es versuchen."

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